
Die wichtigsten Ratsentscheidungen vom 10.02.2026
Park-Erleichterung für „Helden des Alltags“ wird geprüft
Das dürfte viele Betriebe aufatmen lassen: Der Rat hat einstimmig beschlossen, massive Erleichterungen für Handwerksbetriebe und ambulante Pflegedienste zu prüfen.
Mehr Flexibilität: Die Anzahl der Parkausweise soll künftig nicht mehr starr gedeckelt sein, sondern sich nach der Fuhrparkgröße richten.
Reservierte Zonen: An zentralen Orten (wie dem Domhof) sollen spezielle Stellplätze markiert werden – vergleichbar mit Behindertenparkplätzen.
Regional-Check: Die Stadt prüft zudem eine Kooperation mit den Landkreisen Osnabrück und Steinfurt, um einen einheitlichen Handwerkerparkausweis für die gesamte Region zu schaffen.
Fokus auf die Stadtteile: „Lebendige Quartiere“
Mit einer knappen Mehrheit wurde ein Antrag verabschiedet, der kleine Läden und das Handwerk direkt in unseren Wohnvierteln stärken soll.
Flächenbörse: Leerstehende Gewerberäume sollen gezielt vermittelt werden.
Modellprojekt „Mein Laden im Quartier“: Gründer sollen durch Anschubfinanzierungen unterstützt werden, um Bäckereien, Kioske oder soziale Treffpunkte (wie Bürgercafés) in den Stadtteilen zu erhalten.
Abgelehnt: Keine eigene Wache am Neumarkt
Die hitzige Debatte um eine dauerhaft besetzte Polizeistation am Neumarkt (nach Vorbild der Hamburger Davidwache) ist beendet. Der Rat lehnte den Antrag einstimmig ab.
Die Begründung: Die Polizei selbst sieht keinen Bedarf für eine feste Station vor Ort, da die Präsenz bereits hoch genug sei und die Wache am Kollegienwall schnell genug reagieren könne.
Impulsprogramm gestoppt: Auch der Vorschlag für ein kurzfristiges „Impulsprogramm“ mit kostenlosem Parken und Busfahren im April/Mai fand keine Mehrheit. Beide Anträge wurden von der AfD gestellt.
Ein Teil der Ratssitzung war öffentlich und konnte ganz einfach per Live-Stream verfolgt werden. Die Entscheidung zum Stadion des VFL Osnabrücks wurde verschoben.
Deine Ideen für die neue SportBox am Willy-Brandt-Platz
Der Willy-Brandt-Platz wird sportlich! Osnabrück bekommt eine SportBox – und die Bürgerinnen und Bürger dürfen mitentscheiden, welches Equipment darin landet.
Was ist eine SportBox? Man kann sie sich als „öffentlichen Werkzeugkasten“ für Sportbegeisterte vorstellen. Das Prinzip ist simpel:
App nutzen: Über eine App bucht ihr euch kostenlos einen Zeit-Slot.
Öffnen & Trainieren: Die Box lässt sich per Smartphone öffnen.
Leihen & Zurückgeben: Ihr nutzt die Sportgeräte vor Ort und legt sie nach dem Training einfach wieder zurück in den Schrank.
Eure Meinung ist gefragt: Da der Platz in der Box begrenzt ist, soll nur das nützlichste Equipment angeschafft werden. Schreibt eure Wünsche direkt an die Initiatoren (oder nutzt die Kommentarfunktion in den sozialen Medien der Stadt).
Kostenfalle bei Online-Urkunden – Standesamt warnt
Wer Geburts-, Ehe- oder Sterbeurkunden benötigt, sollte bei der Google-Suche ganz genau hinschauen. Das Standesamt Osnabrück registriert derzeit eine Zunahme von Anträgen über private Drittanbieter, die für ihre Vermittlung teils saftige Aufschläge verlangen.
Die Fakten zur Gebührenordnung (seit 01.01.2026):
Erste Urkunde: 20 €
Jede weitere Urkunde (gleiche Sorte): 10 €
Vorsicht vor der „Suchmaschinen-Falle“: Private Dienstleister schalten oft gesponserte Anzeigen (Google Ads), die in den Suchergebnissen noch vor dem offiziellen Stadtportal erscheinen. Diese Anbieter leiten den Antrag zwar an das Standesamt weiter, verlangen dafür aber eine zusätzliche Servicegebühr.
Wichtig zu wissen: Die Gebühr des Drittanbieters befreit Sie nicht von den eigentlichen Standesamtsgebühren.Im schlimmsten Fall zahlen Sie also doppelt: Einmal für den „Service“ der Webseite und einmal die offiziellen 20 € für die Urkunde selbst.
Der sichere Weg: Nutzen Sie für alle amtlichen Dokumente ausschließlich das offizielle Serviceportal der Stadt Osnabrück unter service.osnabrueck.de. Nur dort landen Ihre Daten direkt und ohne unnötige Zusatzkosten beim Amt.
10.000 Euro für selbstbestimmte Wohngemeinschaften
Die Stadt Osnabrück setzt ein starkes Zeichen für Inklusion: Das Projekt „Gemeinsam Zukunft bauen“ der Lebenshilfe Osnabrück e.V. erhält eine Förderung von 10.000 Euro aus dem Programm „Zukunftsorientierter Wohnraum“.
Das Ziel des Projekts: Menschen mit Behinderungen und ihre Familien sollen dabei unterstützt werden, Alternativen zu klassischen Wohnheimen zu entwickeln. Im Fokus steht die Gründung von selbstbestimmten Wohngemeinschaften (SBWG).
Die Eckpunkte der Unterstützung:
Wissen & Vernetzung: In Auftakttreffen werden Familien zusammengebracht, um Erfahrungen auszutauschen.
Fachliche Begleitung: Mehrere Beratungsmodule, moderiert von der externen Fachkraft Dr. Lisa Oermann, führen Schritt für Schritt durch den Gründungsprozess.
Praxis-Know-how: Die Lebenshilfe nutzt ihre Erfahrung aus bereits zwei erfolgreich begleiteten Wohngemeinschaften und erstellt daraus Checklisten und Infomaterialien.
Laufzeit: Das Projekt ist auf zwei Jahre angelegt.
Kontakt für Interessierte: Personen, die sich für das Thema interessieren, können sich direkt an Judith Witte wenden: Telefon: 0541 430266. E-Mail: [email protected]
Schwere Vorwürfe gegen Kita in Bad Iburg
In Bad Iburg herrscht derzeit große Unruhe: Eltern erheben schwere Vorwürfe gegen das Personal einer privaten Kindertagesstätte. Es geht um den Verdacht der Kindswohlgefährdung.
Die Vorwürfe im Detail:
Zwang und Entzug: Kinder sollen zum Essen gezwungen worden sein; gleichzeitig wurde ihnen laut Elternberichten das Trinken verweigert.
Isolierung: Ein besonders schwerwiegender Punkt ist das angebliche Aussperren von Kindern in dunkle Flure. Der Geschäftsführer des Trägers, Tim Ellmer, gab an, dass dies nicht absichtlich geschehen sei (eine Tür sei zugefallen).
Denn selbst wenn es nicht so gewesen sein sollte, wie es die Eltern geschildert haben, haben Eltern und Kinder Vorgänge so wahrgenommen
Bisherige Maßnahmen:
Personalwechsel: Das komplette Team der betroffenen Kita wurde bereits Ende Januar ausgetauscht, da das Vertrauensverhältnis zu den Eltern nicht mehr herstellbar war.
Juristische Prüfung: Bad Iburgs Bürgermeister Daniel Große-Albers (parteilos) zeigt sich erschüttert und hat einen Juristen eingeschaltet. Eine schriftliche Stellungnahme des Trägers steht noch aus.
Timeline: Erste Vorwürfe wurden offenbar bereits im November laut. Warum erst jetzt konsequent gehandelt wurde, ist Teil der aktuellen Untersuchung.
Nächster Schritt: Am heutigen Mittwochabend (11. Februar) findet in Bad Iburg eine nichtöffentliche Sitzung des Sozialausschusses statt. Dort muss der Kita-Träger Rede und Antwort stehen.
Windkraft-Ausbau im Landkreis – Genehmigung ist nicht gleich Baustart
Der Landkreis Osnabrück hat durch das neue Regionale Raumordnungsprogramm (RROP 2025) planerisch den Weg für über 150 neue Windräder geebnet. Doch ob diese Anlagen tatsächlich errichtet werden, entscheidet sich laut dem Bad Essener Windkraftunternehmer Reiner Borgmeyer nicht mehr im Kreishaus, sondern am Markt.
Die Details im Überblick:
Lob für die Verwaltung: Die Taskforce des Landkreises arbeitet laut Borgmeyer „zügig und lösungsorientiert“. Genehmigungen für Gebiete wie Bad Essen, Bohmte und Bissendorf liegen bereits vor.
Der neue Flaschenhals: Das Problem ist die bundesweite Überzeichnung der Ausschreibungen. In der aktuellen Februar-Runde 2026 bewarben sich Projekte mit 15.000 Megawatt Leistung um lediglich 3.500 Megawatt an Förderzuschlägen der Bundesnetzagentur.
Wirtschaftliches Risiko: Nur die günstigsten Projekte (windstarke Standorte, niedrige Anschlusskosten) erhalten einen Zuschlag. Ohne diesen garantierten Strompreis ist das Risiko am freien Markt für viele Betreiber zu hoch.
Die Folge: Viele genehmigte Windräder im Landkreis könnten vorerst „Papier-Tiger“ bleiben und erst gebaut werden, wenn die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen passen.
Quelle: NOZ Printausgabe