Weichenstellungen für Osnabrück – ASU berät über Wohnraum, Baumschutz und Mobilität

Heute kommt der Ausschuss für Stadtentwicklung und Umwelt zu einer wichtigen Sitzung zusammen. Auf der Tagesordnung stehen Projekte, die von der Neugestaltung der Innenstadt über den Schutz des Baumbestands bis hin zu weitreichenden Änderungen im Verkehrsalltag reichen.

Wohnraum & Innenstadt-Entwicklung

  • Wohnungen statt Leerstand (FDP/UWG): Die Gruppe FDP/UWG beantragt, gewerbliche Leerstände – besonders in Randlagen (C-Lagen) der Innenstadt – einfacher in Wohnraum umzuwidmen. Hierzu soll die Stadt den bundesweiten „Bauturbo“ (§ 246e BauGB) nutzen, um Genehmigungsverfahren in Gebieten mit angespanntem Wohnungsmarkt massiv zu beschleunigen.

  • Wohnraumversorgung 2040: Eine aktuelle Statusmeldung zeigt, dass Osnabrück mit 172.167 Einwohnern (Stand Ende 2025) im Zielkorridor der Bevölkerungsprognose bleibt. Dennoch wird für 2027 eine Fortschreibung geplant, um auf sinkende Geburtenzahlen und verzögerten Wohnungsbau (z. B. Lok-Viertel) zu reagieren.

  • Platz des 20. Juli: Der Platz am Eingang zur Altstadt soll für rund 120.000 € klimaangepasst und barrierefrei umgestaltet werden. Neben neuer Begrünung wird die Integration eines öffentlichen Tanzbodens geprüft.

Umwelt & Klima

  • Neue Baumschutzsatzung: Der Ausschuss berät über die finale Fassung einer Satzung zum Schutz des Baumbestandes. Geschützt werden Einzelbäume ab 100 cm Stammumfang (Eiben ab 60 cm). Die Wirtschaftsförderung (WFO) äußert jedoch weiterhin Bedenken hinsichtlich der Planungs- und Investitionssicherheit für Unternehmen.

  • Energetische Standards: Ein Ratsbeschluss von 2011 zum Passivhaus-Niveau für städtische Neubauten soll aufgehoben werden. Künftig soll der gesetzliche Standard des Gebäudeenergiegesetzes (GEG) gelten, um Investitionskosten zu senken, da EH-40-Standards gegenüber EH-55 laut Verwaltung keinen proportionalen CO₂-Zusatznutzen mehr bieten.

  • Grüne Oasen & Finger: Die Verwaltung berichtet über den Fortschritt der „Grünen Klimaoase“ am Nikolaiort für den Sommer 2026 sowie über das Jubiläumsjahr „100 Jahre Grüne Finger“.

Mobilität & Verkehr

  • Winter-Update für Busse: Ein Antrag (Garder) fordert, einen Stadtwerke-LKW temporär für den Winterdienst umzurüsten, um Busspuren und Endhaltestellen in Notsituationen gezielt frei zu halten.

  • Sicherheit am Pyer Kirchweg (CDU): Die CDU-Fraktion hakt nach, warum der Rad-Angebotsstreifen zwischen Wallenhorst und Pye abrupt in der Brückenmitte endet und wie die Verkehrssicherheit dort verbessert werden kann.

  • Iburger Straße: Die Verwaltung legt dar, dass eine kombinierte Bus- und Radspur (Umweltspur) rechtlich nicht möglich ist, da dies zu massiven Rückstaus auf der Bundesstraße führen würde. Stattdessen soll Tempo 30 in der Nacht (22:00 – 06:00 Uhr) zum Lärmschutz beantragt werden.

  • Geschützte Radstreifen: Ein einheitlicher Protektionstyp für „Protected Bike Lanes“ soll beschlossen werden. Dieser besteht aus einer 8 cm hohen Schwelle und Pollerelementen und soll erstmals in der Hannoverschen Straße verbaut werden.

  • Parken & Poller: Die Mehrheitsgruppe (Grüne/SPD/Volt) beantragt die Prüfung von stationären Pollern für die Innenstadt sowie die Erprobung von „Feierabend-Parken“ auf städtischen Parkflächen nach den Sommerferien 2026.

Transparenz & Digitales

  • QR-Codes an Baustellen (FDP/UWG): Städtische Baustellenschilder sollen künftig QR-Codes erhalten, die direkt zum überarbeiteten Geodatenportal verlinken, um Live-Updates zum Baufortschritt zu liefern.

  • Bessere ÖPNV-Hinweise (Die LINKE.): Die Stadtverwaltung soll auf allen Webseiten städtischer Ämter und Einrichtungen Hinweise auf die nächstgelegene Haltestelle inklusive VOS-Fahrplanauskunft prominent platzieren.

Stadt und Hilfsorganisationen besiegeln Pakt für den Katastrophenschutz

Die Stadt Osnabrück stärkt die regionale Notfallvorsorge durch eine neue Sicherstellungsvereinbarung mit mehreren Hilfsorganisationen. Ziel ist es, die bestehende Zusammenarbeit im Katastrophenfall auf eine verbindliche rechtliche Basis zu stellen und klare Handlungsstrukturen zu schaffen.

Die Details im Überblick:

  • Zweck: Verbindliche Regelung der Zusammenarbeit, um im Ernstfall eine schnellere und koordiniertere Hilfe für die Bevölkerung zu gewährleisten.

  • Kernpunkte: Festlegung klarer Strukturen für die Alarmierung, den operativen Einsatz sowie die langfristige Finanzierung der Aufgaben.

  • Unterzeichner: Heike Pape (Verwaltungsvorstand Stadt Osnabrück) zusammen mit Vertretern des Arbeiter-Samariter-Bundes (ASB), der Johanniter-Unfall-Hilfe und des Malteser Hilfsdienstes.

  • Besonderheit: Das Deutsche Rote Kreuz (DRK) konnte aufgrund aktueller Entwicklungen zum jetzigen Zeitpunkt noch keine Unterschrift leisten.

  • Zielsetzung: Langfristige Sicherung der Einsatzbereitschaft und Schaffung einer zukunftsorientierten Notfallvorsorge für das Stadtgebiet.

Landkreispolitik: Malte Stakowski zum neuen Ersten Kreisrat gewählt

Der Kreistag des Landkreises Osnabrück hat eine wichtige Personalentscheidung für die kommenden Jahre getroffen: Malte Stakowski wird ab Herbst 2026 die Nachfolge von Bärbel Rosensträter antreten. Als Erster Kreisrat übernimmt er die allgemeine Vertretung der Landrätin und leitet künftig den zentralen Vorstandsbereich I.

Die Details im Überblick:

  • Wahl: Erfolgte durch den Kreistag in der Sitzung am 9. März.

  • Amtsantritt: Die achtjährige Amtszeit beginnt am 1. Oktober 2026.

  • Verantwortungsbereiche: Leitung des Vorstandsbereichs I mit den Schwerpunkten Finanzen, Personal und Recht.

  • Zur Person: Der 36-jährige Volljurist ist seit November 2024 Vorstand beim Landkreis und war zuvor als Richter in der Verwaltungsgerichtsbarkeit sowie als Rechtsanwalt tätig.

  • Nachfolge: Er folgt auf Bärbel Rosensträter, die nach ihrer laufenden Amtszeit auf eine erneute Kandidatur verzichtet hatte.

Restaurant „Lotta“ schließt im April – Wohnraum statt Pizza

In der Lotter Straße endet nach über drei Jahren eine gastronomische Ära. Das Restaurant „Lotta“ wird Mitte April seinen Betrieb einstellen. Inhaber Dominic Ojinnaka plant eine strategische Neuausrichtung des Standorts.

Die Details im Überblick:

  • Letzter Öffnungstag: Das Restaurant schließt offiziell am 18. April 2026.

  • Neuausrichtung: Ab Mai wird der Standort als reine Eventagentur fortgeführt.

  • Zukunftspläne: Langfristig soll an der Lotter Straße 116 moderner Wohnraum entstehen.

  • Team: Allen Mitarbeitern wurden Stellen innerhalb der DO! Unternehmensgruppe oder bei Partnern angeboten.

    Soziales Abschieds-Event: Am 8. April lädt das Team zum sechsten und letzten Mal Bedürftige der Osnabrücker Tafel zu einem kostenlosen Drei-Gänge-Menü ein.

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